Grounding Page das ist passiert

Grounding Page: Das ist passiert

Einige Wochen habe ich das Thema Grounding Pages u. a. von Initiator Hanns Kronenberg aufmerskam verfolgt. Dann hab ich es selbst ausprobiert. Was bringt eine Grounding Page? Die Ergebnisse, meine Erkenntnisse und wie lang das alles gedauert hat, habe ich in diesem Artikel zusammengefasst.

Was ist eine Grounding Page?

Eine Grounding Page ist eine maschinenlesbare Faktensammlung auf einer Website, die speziell für KI-Systeme und Large Language Models (LLMs) bereitgestellt wird. Ziel ist es, Informationen und Fakten z. B. von Marken und Personen eindeutig zu definieren und Halluzinationen von LLMs zu verhindern bzw. zu reduzieren.

Inhaltlich besteht die Grounding Page aus Fakten wie z. B. Name, Entitätstyp, Produkte/Dienstleistungen und Abgrenzugen zu ähnlichen Begriffen. Diese Fakten sind meist in kurzen Sätzen zusammengefasst und eindeutig mit Hinweisen versehen, dass es sich um eine Grounding Page und nicht um die typische Seite für menschliche User handelt.

Die Vorteile bestehen darin, dass Falschinformationen z. B. durch Halluzinationen reduziert werden, die Sichtbarkeit der Entität erhöht und insgesamt AI-SEO verbessert wird.

Unterschied zu normalen Landingpages

Ein typische Landingpage einer Website verfolgt meist businessrelevante Ziele wie Lead- oder Conversion-Generierung, emotionale Ansprache des Users bzw. potenziellen Kunden, Fokussierung auf die menschliche Zielgruppe.

Das Ziel einer Grounding Page ist die faktenbasierte Information für LLMs. Die Seite ist auf die eigene Entität optimiert und nutze eine neutrale, sachliche Sprache. Der Fokus liegt vollständig auf der Maschinenlesbarkeit nicht auf dem Menschen.

Meine Skepsis gegenüber Grounding Pages

Ich war anfangs skeptisch. Denn ich habe mich nicht tief mit dem Thema beschäftigt. Meine Logik sah und sieht folgendermaßen aus: Ich habe eine Website. Auf dieser Website gibt es Webseiten, die voneinander inhaltlich abgegrenzt sind. Kennen wir alles aus der SEO. Warum sollte dann eine Grounding Page mir etwas bringen? Sie müsste m. E. Duplicate Content oder zumindest eine Seite mit hoher Kannibalisierungsgefahr sein.

Erst als ich mich richtig eingelesen habe, habe ich verstanden, dass es gar nicht um die „Kopie“ von allen möglichen Seiten geht. Sondern lediglich um das Anlegen einer vereinfachten „Über uns“-Seite – nur eben für LLMs. Ich bin ehrlich: Die Kannibalisierungsproblematik hat sich für mich weiterhin nicht ganz ausgeräumt.

Anlegen meiner Grounding Page

Meine Grounding Page habe ich für diese Domain seo-diary.de angelegt. Inhalt ist meine Person sowie meine Brand SEO-Diary und der SEO-Diary Podcast. Ich habe mich eng an der Grounding Page von Hanns Kronenberg orientiert. Neben den Inhalten legte ich Wert auf eine schlanke Infrastruktur innerhalb meiner Website sowie auf die richtigen HTML-Auszeichnungen.

Intro

Als H1-Überschrift habe ich meinen Namen gewählt. Danach kommt ein Hinweis für menschliche Leser sowie der Link zu meiner „Über mich“-Seite.

Direkt im Anschluss folgt eine Zusammenfassung über meine Person, die alle wichtigen Fakten, die ich gerne lesen würde, wenn ich z. B. „wer ist jörg niethammer“ in ein LLM eingebe.

Danach folgen zwei Meta-Daten (Status, Verifizierungsdatum) und die Entitätszusammenfassung. Sie ist ähnlich wie die bereits erwähnte Zusammenfassung, allerdings etwas ausführlicher.

Kernfakten

Im Hauptteil kommen die Kernfakten über mich. Ich habe folgende Kernfakte auf meiner Grouding Page erwähnt:

  • Entitätstyp
  • Name
  • Aktuelle Rollen
  • Fachgebiete
  • Akademischer Abschluss
  • Standort
  • Plattform

Etwas ausführlicher wird es anschließend beim beruflichen Hintergrund und der Ausbildung.

Abschluss

Am Ende weise ich noch darauf hin, mit wem meine Entität nicht zu verwechseln ist sowie auf den Grounding Page Standard von Hanns Kronenberg.

Ergebnisse

Bereits nach wenigen Stunden gab es erste Citations auf den Prompt „wer ist jörg niethammer“. Ich habe mehrere identische Anfrage in jedem LLM durchgeführt und unterschiedliche Ergebnisse erhalten. Die Citations waren mal mehr, mal weniger vorhanden, aber sie waren fast immer von der Grounding Page und nicht von meiner bis dato verwendeten „Über uns“-Seite.

Nach einer Woche hatte ich folgende Ergebnisse:

  • 3 von 5 Quellen bei Gemini (60 %)
  • 2 von 6 Quellen im AI Mode (33 %)
  • 4 von 6 Quellen bei ChatGPT (67 %)
  • Keine Nennung in den AI Overviews
  • Keine Nennung bei Perplexity

Für mich die spannendeste Beobachtung:
AI Mode, AI Overviews und Gemini unterscheiden sich, obwohl es alles drei Google-Angebote sind.

Auf meinen LinkedIn-Post zu diesem Grounding-Page-Test hat Hanns Kronenberg reagiert und selbst mit meinem Prompt getest. Er kam zu dem Ergebnis, dass 50 exakt identischen Anfragen an die Google Grounding API zu 28 unterschiedlichen Search Queries führten. Er sagt dazu: „Es ist also nicht nur die finale Antwort probabilstisch, sondern bereits der Retrieval-Schritt. Welche Suchanfrage intern ausgeführt wird, ist nicht fix. Und je nach Query können selbstverständlich andere Quellen die Antwort stützen. Ein [sic!] Grounding Page erhöht die Wahrscheinlichkeit für eine faktenreiche Antwort, ist aber wie jede andere Quelle keine Garantie dafür. Das zeigt sehr deutlich: Wir beobachten keinen festen Prozess, sondern einen Wahrscheinlichkeitsraum.“

Fazit

Mein Test mit einer Grounding Page war erfolgreich. Die Kannibalisierungsproblematik hat sich im operativen Doing nach zwei Wochen nicht bestätigt. Dafür wurde die Seite gegroundet und als faktenreiche und maschinenlesbare Quelle präferiert genutzt. Das bestätigt zumindest, dass Grounding Pages schnell und gut funktionieren können.

Ob sich Grounding Pages durchsetzen, kann man heute noch nicht beantworten. Crawling, Grounding und die LLMs an sich werden sich weiterentwickeln. Ich kann mir zumindest vorstellen, dass Grounding Pages irgendwann als nicht notwendig oder sogar als überflüssig betrachtet werden, weil es mit Sicherheit Menschen gibt, die Grounding Pages für unlautere Ziele missbrauchen werden.

Ich bleibe bei dem Standpunkt, dass auch LLMs für Menschen gemacht sind. Daher denke ich, dass Angebote speziell für Maschinen nicht die bevorzugte Lösung sein sollten. Ob Grounding Pages in der Zukunft im Rahmen von GEO-Detox wieder im digitalen Mülleimer landen, weiß nicht.

Herzlichen Dank an Hanns Kronenberg, der dieses Thema wie kein anderer behandelt und prägt. Er ist der Thought Leader wenn es um Grounding geht. Folgt ihm unbedingt bei LinkedIn, wo er regelmäßig Erkenntnisse zu Grounding, LLMs und AIs veröffentlicht und schaut bei seinem Grounding Page Project vorbei.

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